Im Folgenden stellen wir einen kurzen Wegweiser vor, der dabei hilft, die Arbeit in der eigenen Ortsjugend strukturiert und effektiv zu gestalten. Gerade für neue Mitglieder kann der Einstieg in den BDAJ herausfordernd sein. Dieser Guide soll Orientierung geben und den Start erleichtern. Bei Fragen oder Bedarf an persönlicher Unterstützung stehen wir jederzeit gerne zur Verfügung.
1. Wie ihr zusammenarbeitet
Damit ihr als Jugendvorstand gut funktioniert, ist Kommunikation das A und O. Nur wenn ihr offen, respektvoll und regelmäßig miteinander sprecht, könnt ihr eure Ideen umsetzen und gemeinsam etwas bewegen.
Im Jugendvorstand
- Trefft euch regelmäßig; zum Beispiel einmal im Monat für ein Vorstandsmeeting. Das schafft Struktur und hält alle auf dem gleichen Stand.
- Haltet eure Treffen kurz, aber klar: Sprecht darüber, was erledigt wurde, was noch ansteht und wer welche Aufgaben übernimmt. So bleibt euer Team effizient.
- Dokumentiert eure Ergebnisse: schreibt die wichtigsten Punkte eurer Treffen auf, damit niemand etwas vergisst und neue Mitglieder sich leicht einarbeiten können.
- Bleibt im Austausch über Social Media (z. B. über WhatsApp). Das erleichtert den kurzfristigen Kontakt, wenn etwas Dringendes anfällt.
- Fördert euer Gemeinschaftsgefühl durch Teambuilding-Aktivitäten: ob gemeinsames Kochen, Ausflüge, Wochenendseminare oder Workshops. Solche Erlebnisse stärken das Vertrauen und den Zusammenhalt.
- Erstellt kleine Protokolle und bewahrt diese ordentlich auf, damit nichts verloren geht und ihr nach eurer Amtszeit eine saubere Übergabe durchführen könnt.
- Redet offen und transparent über Probleme: respektvoll, ehrlich, auf Augenhöhe.
Mit eurer Gemeinde
- Haltet engen Kontakt zum Erwachsenenvorstand (Yönetim). Sprecht ab, welche Räume ihr nutzen dürft, wann wichtige Termine anstehen und welche Entscheidungen euch betreffen.
- Nehmt an allen Sitzungen teil, zu denen ihr berechtigt seid und auch teilnehmen möchtet: zum Beispiel an Vorstandssitzungen, Mitgliederversammlungen oder Gemeindeversammlungen. So bleibt ihr sichtbar und immer auf dem Laufenden.
- Pflegt ein gutes Verhältnis zu eurem Erwachsenenvorstand. Sie sind eure wichtigsten Begleiter und nur gemeinsam könnt ihr eure Gemeinde unterstützen und weiterentwickeln.
- Berichtet regelmäßig, was ihr als Jugend gemacht habt, welche Ziele ihr verfolgt und welche Unterstützung ihr braucht. So zeigt ihr, dass ihr Verantwortung übernehmt, aktiv seid und die Zukunft eurer Gemeinde mitgestaltet.
Mit anderen Jugendgruppen
- Tauscht euch mit anderen Ortsjugenden aus! Gemeinsam lassen sich neue Ideen entwickeln, Veranstaltungen planen oder Projekte umsetzen.
- Lernt voneinander: Besonders größere Ortsjugenden können wertvolle und langjährige Tipps geben, wie man Strukturen aufbaut, Veranstaltungen organisiert oder Mitglieder motiviert.
- Pflegt ein Netzwerk: sei es auf landesweiten Veranstaltungen oder über Social Media. Eine starke Jugend lebt von Gemeinschaft und Austausch!
Mit eurer Jugend
Eine starke Jugendgruppe lebt davon, dass alle mitreden und sich einbringen können. Als Jugendvorstand seid ihr nicht nur Organisatoren, sondern auch Sprachrohr und Bindeglied zwischen den Jugendlichen und der Gemeinde. Damit ihr eure Jugend gut erreicht und gemeinsam aktiv bleibt, ist offener Austausch das Wichtigste.
Bleibt im Gespräch
- Macht regelmäßig Umfragen oder offene Treffen.
Fragt nach, was die Jugendlichen interessiert, welche Themen sie bewegen und welche Veranstaltungen sie sich wünschen. Das kann ganz einfach sein: über ein Online-Formular, in eurer WhatsApp-Gruppe oder durch persönliche Gespräche nach dem Cem oder einem Treffen in der Gemeinde. - Zeigt, dass ihr zuhört.
Wenn Jugendliche merken, dass ihre Ideen ernst genommen werden, wächst ihr Vertrauen. Gebt Rückmeldung, was ihr aus ihren Vorschlägen macht, und zeigt, dass ihre Meinung etwas bewirkt. - Veröffentlicht wichtige Informationen transparent.
Nutzt eure Social-Media-Kanäle, WhatsApp-Gruppen oder Aushänge in der Gemeinde, um über Termine, Aktionen oder Neuigkeiten zu informieren. So bleibt jede*r auf dem Laufenden; auch die, die nicht regelmäßig an Treffen teilnehmen.
Schafft Nähe und Gemeinschaft
- Bezieht Jugendliche aktiv in Entscheidungen ein. Lasst sie bei der Planung, Organisation, Aufgaben und Durchführung von Veranstaltungen mitwirken.
- Fördert Eigeninitiative. Gebt Raum für eigene kleine Projekte oder Ideen. Auch wenn nicht alles perfekt läuft ist jede Erfahrung es wert und stärkt Selbstvertrauen und Engagement.
- Seid ansprechbar. Manchmal wollen Jugendliche einfach jemanden, der zuhört. Seid offen, freundlich und nahbar; ihr seid ihre Vertreter, aber auch ihre Bezugspersonen.
Wenn Jugendliche merken, dass ihre Stimme zählt, entsteht ein echtes Wir-Gefühl. Genau das ist die Grundlage für eine lebendige, solidarische und zukunftsorientierte Jugendgemeinschaft.
2. Wie ihr Ideen entwickelt
Manchmal ist es gar nicht so leicht, neue Ideen zu finden. Doch gemeinsam im Team entstehen oft die besten Einfälle! Nehmt euch regelmäßig Zeit, um zu überlegen, was euch wichtig ist und was ihr in eurer Jugendgruppe bewegen wollt.
Inspiration für eure Ideensammlung
Stellt euch bei euren Treffen Fragen wie:
- Was fehlt Jugendlichen in unserer Gemeinde oder Umgebung?
- Welche Themen liegen uns besonders am Herzen? Zum Beispiel Musik, Umwelt, Religion, Sport, Kultur oder gesellschaftliche Themen?
- Welche Aktionen oder Veranstaltungen würden Spaß machen oder die Gemeinschaft stärken?
Tipp: Nutzt Methoden wie Brainstorming, Kreativworkshops oder Mindmaps, um Ideen zu sammeln. Dabei gilt: Jede Idee zählt! Alles kann mit der Zeit zu etwas Großartigem führen.
Beispiele für mögliche Projekte und Aktionen
- Jugendtreffen oder Spieleabende – einfach mal zusammenkommen, Spaß haben und neue Gesichter kennenlernen.
- Workshops und Seminare – z. B. zu Themen wie Alevitentum, antialevitischer Rassismus, Medienkompetenz, Demokratie oder Identität.
- Ausflüge und Freizeiten – gemeinsame Unternehmungen stärken das Wir-Gefühl.
- Sporttage oder Turniere – fördert Teamgeist, Bewegung und Spaß.
- Gedenk-, Feier- oder Kulturveranstaltungen – verbindet Geschichte, Gemeinschaft und Kultur miteinander.
Jugendliche aktiv einbeziehen
Fragt andere Jugendliche in eurer Gemeinde, worauf sie Lust hätten. Das zeigt, dass ihre Meinung zählt und bringt oft neue Perspektiven sowie frische Ideen.
Beteiligt sie aktiv an der Planung eurer Veranstaltungen: Lasst sie Aufgaben übernehmen, Verantwortung tragen und eigene Vorschläge umsetzen und realisieren.
So entsteht nicht nur eine lebendige Jugendgruppe, sondern ihr fördert auch zukünftige engagierte Funktionärinnen und Funktionäre. Durch echte Beteiligung wächst das Gemeinschaftsgefühl und eure Jugend wird zu einem Ort, an dem sich jede*r willkommen und gehört fühlt.
3. Wie ihr eine Veranstaltung organisiert
Eine Veranstaltung zu planen klingt aufwendig, ist es aber gar nicht, wenn ihr Schritt für Schritt vorgeht:
- Frühzeitig planen (ca. 2–3 Monate vorher):
- Worum geht’s? Was ist das Ziel?
- Wann und wo soll es stattfinden?
- Wer übernimmt welche Aufgabe?
- Organisation:
- Ort, Technik, Material, Essen & Trinken klären
- Werbung machen (z. B. über Social Media oder Plakate)
- Teilnehmer*innen anmelden lassen
- Einverständniserklärungen sammeln (besonders bei Fotos oder Minderjährigen)
- Am Veranstaltungstag:
- Früh da sein und Aufbau checken
- Aufgaben klar verteilen
- Alle begrüßen und informieren
- Spaß haben und aufmerksam sein (Sicherheit, Aufsicht etc.)
- Nach der Veranstaltung:
- Danke sagen (an Helferinnen, Teilnehmende, Partnerinnen)
- Fotos posten (wenn erlaubt)
- Belege sammeln für Abrechnung
- Kurz besprechen, was gut lief und was ihr nächstes Mal besser machen wollt
4. Wie ihr den Überblick behaltet
Je mehr Projekte, Termine und Aufgaben ihr habt, desto wichtiger wird Ordnung und Transparenz. Gute Organisation spart euch Zeit, verhindert Missverständnisse und sorgt dafür, dass ihr immer wisst, was als Nächstes ansteht.
So bleibt ihr organisiert
- Legt einen gemeinsamen Cloud-Ordner an, zum Beispiel bei Google Drive, Microsoft 365 oder Nextcloud. Dort könnt ihr Dokumente, Fotos und Planungen sicher speichern und jederzeit gemeinsam bearbeiten.
- Gebt euren Dateien klare Namen, damit ihr sie später leicht wiederfindet (z. B. „2025_03_Seminarplanung“ oder „Jugendversammlung_Protokoll_April2025“).
- Erstellt einfache Übersichten oder Tabellen, wer welche Aufgabe übernommen hat und bis wann sie erledigt sein soll. Das hilft, Verantwortlichkeiten im Blick zu behalten.
- Nutzt digitale Tools wie Trello, FamilyWall, Google Kalender, Asana oder Notion. Viele dieser Programme bieten kostenlose oder günstige Vereinsversionen an und erleichtern Teamarbeit enorm.
Tipp
Alles, was ihr schriftlich festhaltet, spart euch später viel Zeit, insbesondere bei Förderanträgen, Abrechnungen oder Projektberichten. Ihr könnt einfach auf eure Unterlagen zurückgreifen, anstatt alles neu zu schreiben. Außerdem wirkt es professionell, wenn ihr eure Arbeit gut dokumentiert.
5. Wie ihr Schutz & Verantwortung ernst nehmt
Jugendarbeit bedeutet, für euch selbst, füreinander und für alle, die an euren Aktivitäten teilnehmen, Verantwortung zu übernehmen. Dabei geht es nicht nur um Organisation, sondern auch um Sicherheit, Respekt und Vertrauen.
Darauf solltet ihr achten
- Beachtet die Aufsichtspflicht. Achtet darauf, dass bei Veranstaltungen immer genügend Betreuende anwesend sind, besonders wenn Minderjährige teilnehmen. Die Verantwortung liegt bei euch als Jugendvorstand.
- Holt Einverständniserklärungen ein. Bei Teilnehmenden unter 18 Jahren braucht ihr immer die schriftliche Zustimmung der Eltern, ganz egal, ob für Ausflüge, Übernachtungen oder Veranstaltungen.
- Geht sorgfältig mit Fotos und Videos um. Fragt immer vorher, ob jemand einverstanden ist, bevor ihr Bilder postet oder veröffentlicht. Datenschutz und Privatsphäre sind wichtig! Sei es online wie offline.
- Achtet auf das Wohl aller. Wenn euch auffällt, dass sich jemand unwohl fühlt, ausgeschlossen wird oder es Anzeichen von Problemen gibt, sprecht offen darüber oder wendet euch an eine Vertrauensperson.
Tipp
Legt in eurer Jugendgruppe eine Awareness-Person oder einen Schutzkontakt fest; also jemanden, an den sich Jugendliche wenden können, wenn sie sich unwohl, unsicher oder diskriminiert fühlen. Diese Person sollte empathisch, vertrauenswürdig und gut erreichbar sein.
So zeigt ihr, dass ihr Verantwortung ernst nehmt, Grenzen respektiert und eure Jugend zu einem sicheren, respektvollen und solidarischen Raum macht.
6. Welche Vorteile ihr als gemeinnützige Ortsjugend habt
Viele Gemeinden und Jugendgruppen, die zum BDAJ gehören, sind bereits als gemeinnützige Vereine anerkannt. Das ist nicht nur ein formaler Status, sondern bringt euch ganz konkrete Vorteile ein, finanziell als auch im organisatorischen Bereich.
Digitale Tools kostenlos oder vergünstigt
Wenn euer Verein offiziell gemeinnützig ist (also z. B. als eingetragener Verein „e. V.“ oder NGO geführt wird), könnt ihr bei vielen Anbietern kostenlose oder stark reduzierte Zugänge erhalten. Diese Tools erleichtern eure Arbeit enorm und helfen insbesondere in der Planung sowie in der Gestaltung.
Einige der bekanntesten Angebote sind:
- Canva for Nonprofits:
Kostenloser Premium-Zugang für bis zu 50 Mitglieder, perfekt ausgerichtet für Social Media Posts, Plakate, Flyer und Präsentationen. - Google for Nonprofits:
Kostenloser Zugang zu Google Workspace (E-Mail-Adressen, Google Drive, Meet, Docs) sowie YouTube Nonprofit, mit erweiterten Funktionen für Vereine. - Microsoft 365 Nonprofit:
Kostenlose oder stark vergünstigte Office-Lizenzen (Word, Excel, PowerPoint, Teams u. v. m.) für Vereine und Organisationen. - Stifter-helfen.de (TechSoup):
Eine Plattform, über die gemeinnützige Organisationen Software-Spenden von Firmen wie Microsoft, Adobe, Zoom, Slack oder Asana erhalten können.
- Miro, Trello, Asana, Slack u. a.:
Viele Anbieter bieten spezielle Nonprofit-Programme oder Rabatte an, die Projektarbeit und Teamkoordination vereinfachen.
Tipp:
Um diese Angebote zu nutzen, braucht ihr in der Regel einen Nachweis eurer Gemeinnützigkeit, zum Beispiel den Freistellungsbescheid des Finanzamts oder einen Auszug aus dem Vereinsregister.
Fragt euren Erwachsenenvorstand (Yönetim) oder die Gemeindeleitung, ob euer Verein bereits als gemeinnützig registriert ist, oft liegt dieser Nachweis schon vor!
Weitere Vorteile der Gemeinnützigkeit
Neben Software und Tools bringt der Status auch rechtliche und finanzielle Vorteile:
- Zugang zu Fördermitteln:
Ihr könnt Fördergelder von Land, Bund oder Kommunen beantragen, etwa über den Landesjugendplan Baden-Württemberg, den Stadtjugendring, die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt (DSEE) oder Programme wie Aktion Mensch. - Steuervorteile:
Spenden an euch sind steuerlich absetzbar, und viele Einnahmen (z. B. aus Veranstaltungen) sind steuerfrei, solange sie dem gemeinnützigen Zweck dienen. - Vergünstigte Nutzung öffentlicher Räume:
Viele Städte, Gemeinden und Landkreise stellen Räumlichkeiten für gemeinnützige Vereine kostenlos oder zu stark reduzierten Preisen zur Verfügung, bespeilsweise für eure nächsten Sitzungen, Workshops oder Feste.
7. Wie ihr euch weiterbilden könnt
Wer gute Jugendarbeit machen will, muss nicht alles wissen, aber sollte bereit sein zu lernen. Weiterbildung hilft euch, sicherer in eurer Rolle zu werden, neue Ideen umzusetzen und Verantwortung kompetent zu tragen. Außerdem zeigt sie, dass ihr euch als Team weiterentwickeln wollt.
Juleica: die Jugendleiter*in-Card
Die Juleica (Jugendleiter*innen-Card) ist der offizielle Ausweis für ehrenamtlich Engagierte in der Jugendarbeit.
Mit ihr weist ihr nach, dass ihr geschult seid in Themen wie:
- Aufsichtspflicht und Kinderschutz
- Gruppenpädagogik und Teamarbeit
- Organisation und Projektmanagement
- Konfliktlösung und Kommunikation
Neben der Qualifizierung bringt die Juleica auch viele weitere Vorteile mit sich, z. B. Vergünstigungen bei Eintritten, Freizeitangeboten oder Seminaren.
Oft ist sie außerdem Voraussetzung für Förderungen oder Zuschüsse bei Projekten, Freizeiten oder Bildungsmaßnahmen.
Tipp:
Jede Ortsjugend sollte mindestens eine Person mit Juleica im Team haben. Das stärkt eure Arbeit, gibt euch Sicherheit im Umgang mit Jugendlichen und öffnet Türen für neue Fördermöglichkeiten.
Workshops & Seminare
Der BDAJ Baden-Württemberg bietet regelmäßig Fortbildungen, Workshops und Schulungen an; online und in Präsenz.
Diese behandeln viele spannende Themen, zum Beispiel:
- Medienarbeit & Social Media
- Öffentlichkeitsarbeit & Vereinskommunikation
- Projektmanagement & Veranstaltungsplanung
- Alevitische Identität & Religion
- Antialevitischer Rassismus & gesellschaftliches Engagement
- Schutzkonzepte & Awareness in der Jugendarbeit
Solche Angebote sind nicht nur lehrreich, sondern auch tolle Gelegenheiten, andere Jugendvorstände kennenzulernen, sich zu vernetzen und voneinander zu lernen.
8. Wie ihr als Gemeinde und Jugend nach außen wirkt
Eure Gemeinde ist Teil einer größeren Gemeinschaft, nämlich in eurer Stadt, eures Bezirkes und der gesamten Gesellschaft. Als alevitische Gemeinde und Jugendgruppe habt ihr die Chance, sichtbar zu sein, Brücken zu bauen und eure Werte zu vertreten.
Besonders wichtig ist dabei die Zusammenarbeit zwischen dem Yönetim (Erwachsenenvorstand) und der Jugendgruppe. Gemeinsam seid ihr das Gesicht eurer Gemeinde nach außen.
Gemeinsam Verantwortung übernehmen
- Tretet gemeinsam auf: Der Erwachsenenvorstand und die Jugend sollten sich regelmäßig austauschen und zusammen planen, wie sie die Gemeinde nach außen vertreten. So zeigt ihr Einheit, Respekt zwischen den Generationen und Kontinuität.
- Ermutigt eure Jugendlichen, sich einzubringen: Sie sind die Stimme der nächsten Generation, ob in Räten, bei Stadtveranstaltungen oder in interreligiösen Projekten.
Engagiert euch in euren Städten und Bezirken
Nehmt aktiv am gesellschaftlichen Leben teil, indem ihr euch in kommunale Gremien und Initiativen einbringt:
- Integrationsrat / Inklusionsrat: Hier könnt ihr mitreden, wenn es um Vielfalt, Teilhabe und Chancengleichheit geht.
- Interreligiöser Dialog / Dialog der Religionen: Zeigt, wie das alevitische Menschenbild zur Verständigung, Toleranz und Solidarität beiträgt.
- Jugendringe oder Stadtjugendringe: Vernetzt euch mit anderen Jugendorganisationen, tauscht Erfahrungen aus und bringt eure Perspektiven ein.
So werdet ihr Teil des öffentlichen Diskurses und könnt mitgestalten, statt nur zuzuschauen.
Öffnet eure Türen und zeigt, wer ihr seid
- Tag der offenen Tür: Ladet regelmäßig die Nachbarschaft, Vertreter*innen der Stadt, Schulen und andere Religionsgemeinschaften ein.
- Führungen durch die Gemeinde, alevitische Musik, Essen, Workshops oder Gesprächsrunden schaffen Nähe und Verständnis.
- Lasst auch die Jugend aktiv mitgestalten und vorstellen, was sie tut, das wirkt jung, offen und lebendig.
- Unterstützt eure Gemeinde als Jugend: Helft bei Veranstaltungen, repräsentiert eure Werte auf Social Media oder bei Stadtfesten. Ihr seid die Brücke zwischen der Gemeinde und der jungen Generation.
Beziehungen pflegen: für heute und morgen
- Pflegt gute Kontakte zu Vertreter*innen der Stadt, zum Bürgermeister, zu Schulen, Vereinen und anderen Religionsgemeinschaften.
- Zeigt Präsenz bei offiziellen Veranstaltungen (Empfänge, Feiertage, Gedenktage, Friedensveranstaltungen usw.).
- Vertretet selbstbewusst eure Anliegen: Durch gute Beziehungen fällt es leichter, Unterstützung und Fördermittel für Projekte, Räumlichkeiten oder Jugendinitiativen zu bekommen.
How to OJ – SJR und Fördermöglichkeiten
Außerdem möchten wir auf die Möglichkeiten aufmerksam machen, sich beim Stadtjugendring (SJR) einzubringen. Als gemeinnützige Struktur unterstützt der SJR dabei, das Leben in der eigenen Stadt aktiv mitzugestalten und die Interessen junger Menschen sichtbar zu machen.
Bei Fragen oder dem Wunsch nach persönlicher Unterstützung stehen wir auch hier jederzeit zur Verfügung.
1. Was ist ein Stadtjugendring?
Ein Stadtjugendring (SJR) ist in der Regel eine Arbeitsgemeinschaft bzw. ein Zusammenschluss zahlreicher Kinder- und Jugendverbände in einer Stadt. Er vertritt die Interessen dieser Verbände und damit die Interessen von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen gegenüber der Stadtverwaltung, Jugendhilfe, Öffentlichkeit und weiteren Akteuren. Beispiele aus Baden-Württemberg zeigen, dass solche Ringe folgende Aufgaben übernehmen:
- Interessenvertretung ihrer Mitgliedsverbände gegenüber Stadt, Staat und Öffentlichkeit.
- Beratung, Vernetzung und Unterstützung der Mitgliedsverbände in ihrer Jugendarbeit (z. B. Organisation von Aktionen, Freiräumen, Jugendbeteiligung)
- Förderung ehrenamtlichen Engagements, Beteiligung junger Menschen, Gestaltung von Freizeit-, Bildungs- oder Begegnungsangeboten.
- Mitwirkung bei der Jugendhilfe- und Jugendförderungspolitik auf kommunaler Ebene in Abstimmung mit den gesetzlichen Grundlagen (z. B. dem SGB VIII)
2. Was kann eine Mitgliedschaft für euch als Ortsjugendgruppe bedeuten?
Für euch als OJ kann eine Mitgliedschaft oder Kooperation mit einem Stadtjugendring vielfältige Vorteile mit sich bringen:
1. Sichtbarkeit & Teilhabe
Ihr bekommt eine offizielle Plattform in der Stadtgesellschaft, könnt eure kulturellen und religiösen Anliegen und eure Perspektive stärker sichtbar machen. Durch die Mitwirkung im Stadtjugendring könnt ihr aktiv mitgestalten wie z.B. bei Stadtteilprojekten oder interkulturellen Begegnungen.
2. Netzwerke & Kooperationen
Ihr vernetzt euch mit anderen Jugendverbänden und könnt gemeinsam Projekte planen oder durchführen. Das ermöglicht Austausch und Kooperation zwischen anderen Verbänden.
3. Förderung und Ressourcen
Ein Stadtjugendring kann Unterstützung bieten bei:
- Förderanträgen oder Zuschüssen der Kommune oder des Landes (z. B. Jugendverbandsförderung)
- Beratung bei rechtlichen oder organisatorischen Fragen (z. B. Jugendarbeit, Ehrenamt)
- Zugang zu Seminaren, Schulungen (z. B. Jugendleiter*innen-Card „Juleica“) oder gemeinsamen Aktivitäten mit anderen Verbänden.
4. Nachhaltige Jugendarbeit durch Partnerschaft
Indem ihr euch in den Stadtjugendring integriert, tragt ihr zur Vielfalt und Lebendigkeit der Jugendarbeit in eurer Stadt bei. Eure Sprache, Kultur und Religion bekommen Raum und gleichzeitig profitiert ihr von politischen Strukturen, die Jugendbeteiligung ernst nehmen. Das stärkt eure Legitimation und Wirkung.
5. Mitbestimmung & Empowerment
Jugendverbände im Stadtjugendring haben oft eigene Mitwirkungs- und Beteiligungsmöglichkeiten; sowohl intern als Verband als auch extern in der Stadtgesellschaft. Das bedeutet: Ihr könnt Einfluss nehmen auf Jugendpolitik, Projekte mitgestalten und junge Menschen aktiv beteiligen.
Unser Tipp
Wir empfehlen unseren Ortsjugenden sehr, sich in ihrem Stadtjugendring zu engagieren oder Mitglied zu werden, da dies die eigene Jugendarbeit stärkt und neue Möglichkeiten eröffnet. Bei Fragen oder wenn Unterstützung gebraucht wird, um den genauen Stadtjugendring zu finden oder sich dort einzubringen, kann man sich gerne jederzeit an uns wenden.

